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Warten auf Ahab
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Warten auf Ahab

Autor(in): Sukov, Leander
Preis pro Einheit (Stück): 17,80 € (inkl. 7 % MwSt.)

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leanderteufelEine neue Radikalität der Sprache hat Leander Sukov für seinen Roman gefunden. Wie in einem Taumel erzählt Marie, die Protagonistin des Romans, in einem Monolog von ihrer Suche nach Liebe.
Um Nähe zu erlangen, braucht es für sie die sexuelle Interaktion. Liebe kann Marie nicht geben. Denen, von welchen sie ganz offensichtlich geliebt wird, bleibt sie fern. Verzweifelt sucht sie nach dem Menschen, der die Mauer durchbrechen kann ... Hinter dem Roman über Liebe und Aussichtslosigkeit aber verbirgt sich der politische. Bedrückt von Gegenwart und Vergangenheit, gepeinigt von Wachträumen und Assoziationen ist Marie ein Spielball ihrer Ängste und ihres Zorns.
Sukov hat die Stadt als Wal definiert, als jenen weißen Wal, den ein Ahab jagen soll, der Mann, auf den Marie wartet. Eine Allegorie übrigens, die nicht nur in der Literatur immer wieder auftaucht. Auch die RAF-Gefangenen in Stammheim gaben sich Namen aus „Moby Dick“: Für Gudrun Ensslin war die weiße Mauer des Gefängnisses der Wal und Andreas Baader war Ahab.
Mit Illustrationen von Daniela Schreiter
Titelbild Robert Lange: Kraftproblem #1, Acryl auf Leinwand



"Menschheitsthemen wie Liebe und Tod lassen sich immer wieder neu erzählen, trivial, dramatisch, episch. Aufregend wird es, wenn hinter der Form des Thrillers oder des Liebesromans gesellschaftliche und politische Realität substanziell erfasst wird. Darum geht es hier. Der Berliner Schriftsteller Leander Sukov erzählt von einem Monat im heutigen Berlin aus der Sicht einer Frau von fünfundzwanzig Jahren namens Marie.

Also ein Liebesroman wie aus dem Bilderbuch? Ja und Nein. Ja, denn alle nötigen Klischees sind vorhanden.(...) Stilistisch finden sich Sex-Szenen, die im Englischen als “steamy” bezeichnet werden; sie werden begleitet von einer Sehnsucht nach Liebe, die zumindest den hartgesottenen Rezensenten sofort dahinschmelzen ließ.- Nein, denn Politik ist doppelt präsent. Nicht nur in der Milieu-Schilderung, die von sanfter Ironie und liebevoller Satire zeugt, sondern ebenfalls in einem an Raymond Williams erinnernden weiten Verständnis von Politik als Lebensweise, wo dominante und alternativ-oppositionelle Kulturen in ständiger hegemonialer Auseinandersetzung begriffen sind. Das bedeutet konsequente Einbeziehung von Gegenwartskultur. (...)

Vielleicht gehört Maries Liebesgeschichte zu einer neuartigen Literatur,wie sie sich auch in Chile, Großbritannien, Japan und andernorts finden mag, einer Literatur des sensiblen Unbehagens, die das Motiv von “Learning the Blues” sozial in der Gegenwart am Beginn dieses Jahrhunderts fixiert. Abgerundet wird das Buch durch Zeichnungen von Daniela Schreiter und die genauen Adressen der erwähnten Locations vom “BAIZ” in der Torstraße bis “Zum Dicken Wirt” in der Charlottenburger Danckelmannstraße."
(Voker Gransow auf Kulturation)

"Leander Sukov hat da etwas geschafft, was ich sehr bewundere, das möchte ich ganz offen sagen. „Warten auf Ahab“ ist eine große und wirklich gegenwärtige, zeitgemäße Liebesgeschichte geworden. Eine, der es zudem gelingt, den ganzen Dreck und den ganzen Schmerz einzufangen, den ganzen Verrat und die Wahrheit der Unwahrheit, die unsere Gegenwart kennzeichnet. Adorno hat es nicht gewusst, als er den Satz prägte, dass es kein richtiges Leben mitten im falschen geben könne, aber er hat da nicht nur Recht gehabt, er hat zudem auch von Marie, der Protagonistin in Sukovs Roman, gesprochen. Dass sie dann ihre Liebe doch noch finden darf und sie gleich wieder verliert, das ist dramaturgisch so richtig gesetzt wie es für den Leser erschütternd ist.

Aber das ist nicht alles, was ich über das Buch sagen möchte, denn ich habe während der Lektüre auch besser als jemals zuvor nachempfinden können, was unser immer noch gespaltenes Deutschland ist und wie es sich im Bewusstsein der aus der ehemaligen DDR stammenden Mitbürger darstellt. Wäre Sukov nur das gelungen, so hätte er ein lange schon fehlendes Buch geschrieben.

Das absolut Wichtigste war für mich unter der Lektüre aber noch ein anderer Punkt. Es ist etwas, das in der erzählenden Prosa kaum jemals wirklich glückt: ich meine die Darstellung von Sexualität."
Peter H. Gogolin

"Das Faszinierende an Sukovs Werk, das nur nach Tagesdatum gegliedert ist und sich keinem Plot unterwirft, ist die libertierende Umkehrung der famosen Urbanitäts-Metapher in die Darstellung eines freigewählten Gefängnisses sich für trendig und fortschrittlich haltender Kleingeister. Mit jeder Zeile keimt der Verdacht, dass Marie es in der Provinz, der sie entfloh, doch besser gehabt hätte. [...]
Die schöne, subjektivistische Sprache, die Sukov in der Tradition Peter Handkes benutzt, wäre noch steigerungsfähig, erinnert in ihrem bedenkenlosen Materialismus aber ans detailliert Monologische von Antonio Lobo Antunes oder Nanni Ballestrini ("I Furiosi"): ein temperiertes Meer der Silben, in dem der Wind des Temperaments die Wörter vor sich her treibt. Stilistisch wie gedanklich ist Sukov eine Lektüre für Menschen, die Berlin hassen (Marie: „Wir sind die Wenigen“), weil Berlin so ist, wie die Welt in ihren momentanen Verhältnissen ist. Dass die linke Avantgarde auch nicht besser ist, beschreibt Sukov eindrucksvoll – und ausreichend. Was bleibt, ist also nur das Warten auf Ahab. Und auf Marie."

Marcel Malachowski im FREITAG

Vielleicht gehört Maries Liebesgeschichte zu einer neuartigen Literatur,wie sie sich auch in Chile, Großbritannien, Japan und andernorts finden mag, einer Literatur des sensiblen Unbehagens, die das Motiv von “Learning the Blues” sozial in der Gegenwart am Beginn dieses Jahrhunderts fixiert. Abgerundet wird das Buch durch Zeichnungen von Daniela Schreiter und die genauen Adressen der erwähnten Locations vom “BAIZ” in der Torstraße bis “Zum Dicken Wirt” in der Charlottenburger Danckelmannstraße."
Voker Gransow auf Kulturation


"Leander Sukov schreibt wortgewandt, manchmal detailversessen, und entwickelt eine subtile Spannung, die mich dazu bewogen hat, das Buch, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand zu legen. Es ist eine wunderschöne moderne Geschichte, die sich flüssig lesen lässt. Sie wirkt autentisch und nachvollziehbar und ich konnte mich leicht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Marie hineinversetzen. Der Leser leidet und liebt mit Marie und der Autor schafft es, ihn richtig in die Story hineinzuziehen. Ein empfehlenswertes Buch, das Einblicke in ein heutiges junges Berlin offeriert, ein Berlin, das man nicht in Hochglanz-Reiseführern findet. Die Sprache ist eigenwillig, aber faszinierend und fesselnd. Ich wollte, ich könnte so wortgewaltig, blumig und nachvollziehbar schreiben."
Hendrik Blome

"Die Frage, warum er dafür ein weibliches Ich gewählt hat, zählt zu den streitbaren Aspekten des vielschichtigen Romans. (...) Die Leser - und das ist die Aufgabe von Literatur - werden sich mit dieser Frage auseinandersetzen können, denn Raum für Fragen bietet Leander Sukov; nicht zuletzt mit dem Titel seines Romans. Marie wartet auf Ahab, der sie lieben lehrt, anstatt selbst lieben zu lernen, anstatt sich selbst auf die Suche nach Ahab zu machen. Steht diese Analogie sinnbildlich für das Warten einer Generation auf den Umsturz von Verhältnissen, die nur sie selbst umstürzen kann? Kann die romantisch-verklärte Figur Kapitän Ahabs verglichen werden mit einer nostalgischen Rückbesinnung auf ein schöneres Gestern? Ist das 'Warten auf Ahab' dann nicht auch ein Warten auf die Revolution?"
Roman Stelzig in Unsere Zeit

"Klingt nach einem Pornoroman von Frau Hegemann, werden Sie sagen, und das mag irgendwo stimmen. Aber – woran liegt es denn, dass Sukov diese Suche einer jungen Frau nach sich selbst, so viel besser zu erzählen versteht? Ganz einfach: Er ist ein großer Erzähler, kein Copy-and-paste-Artist. 'Warten auf Ahab' ist eine treffende Studie des Hauptstadtmilieus – und für mich die Entdeckung des Frühjahrs."
Thor L. Kunkel in Financial Times Deutschland

"Für mich war es eine gute Lektüre, die mich davon überzeugte, dass es abseits des Mainstreams Schriftsteller gibt, die mit ihrem ganzen Autoren-Ich authentisch hinter ihren Fiktionen stehen. Ein herausfordernder, mutiger, bisweilen politisch anklagender Roman mit sehr viel Insiderwissen über eine linke Berliner Szene, in der das Ideal der freien Liebe ohne Eifersucht zählt. Mehr noch aber der unermüdliche Kampf gegen den weißen Wal, der mir ein Symbol für jegliche Form der gesellschaftlichen Unterdrückung zu sein scheint. Kann man überhaupt einen Roman als politische Liebesgeschichte schreiben? Und ob, Leander Sukov kann das auf eine bestechend ehrliche Weise."
Der Bücherblogger

"Sukov legt hier eine Liebesgeschichte vor, die in der Sprache der Zeit geschrieben ist. Wenn schon vor Jahrzehnten Reich Ranicki in Klagenfurt einmal postulierte, dass es in der deutschen Literatur verboten sein müsste über die Liebe zu schreiben (unter anderem) so haben wir hier einen Liebesroman der Sonderklasse vorliegen. Ich meine, so kann man, nein so soll man auch Liebesromane schreiben! " Hans Bäck







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